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Die Digitalisierung macht auch ohne Dich weiter

Ich bin ein Digital Native. Ich bin 1980 geboren. Das heißt, ich bin auf natürliche Weise und vollkommen im Fluss in die Digitalisierung reingewachsen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die der Computer irgendwo in der Lebensmitte überrascht hat. Ich bin jetzt selbst circa in meiner Lebensmitte und HTML ist für mich eine Sprache wie Englisch – sollte man mindestens in Grundkenntnissen anwenden können.

Wir hatten einen PC, aber keine Digitalisierung

Ende der 80er Jahre kaufte mein Vater einen Amstrad PC. Seine Worte habe ich noch im Ohr: „Der ist zum Arbeiten, nicht zum Spielen.“ Da man in der Grundschule bekanntlich noch keinen Job hat, habe ich meine Schießergebnisse aus dem Schützenverein in Diagramme umgewandelt und konnte meine Leistungskurve messen. Jetzt, 30 Jahr später, messe ich die Leistungskurve meines Kontos mit Lexware und gleichzeitig hat meine Steuerberaterin Zugriff drauf, das spart mir auch direkt den Weg zu ihr. Während solche Selbstverständlichkeiten heute zum guten Ton der Digitalisierung gehören, hat man damals das Wort noch nicht im Ansatz benutzt, geschweige denn, bewusst darüber nachgedacht, welche Ausmaße es mal annehmen könnte. Aber mit der Fehleinschätzung waren wir nicht alleine. Lies HIER gern mal sämtliche IT-Irrtümer nach.

In den folgenden Jahren kam bei uns immer ein wenig Technik hinzu. Ein mobiles Telefon, zu der Zeit noch riesig und in einem Koffer. Außerdem ein Notebook, ebenfalls noch groß, schwer und in Kastenform. Ferner hatten wir ein Faxgerät. Meine Schulfreundin und ich haben uns darüber nachmittags Briefchen hin und hergeschickt. Das war quasi unser Whats App. Die 90er Jahre waren allgemein geprägt von: „Geh mal aus dem Internet, ich will telefonieren.“ Nicht traurig sein um die gute alte Zeit Leute, ein bisschen Retro konnten wir uns erhalten, ist es doch in Deutschlands Flickenteppich von Netzabdeckung ganz ähnlich. Wenn ich mit meinem Iphone telefoniere, kommt mancherorts immer noch keine Mail durch.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Anfang 1999 wurde es bunt – mit einem Nokia 5110 in einem quietschgelben Cover, welches daheim mit dem grellgrünen Messenger ICQ um die Wette piepste. „Bist Du nachher noch on?“ So haben wir uns in der Schule verabschiedet. Zu der Zeit war das noch eine berechtigte Frage, denn wir hatten, statt 250 Facebook Freunden, unsere echte Clique mit persönlicher Anwesenheit zu versorgen. Digitalisierung war das also immer noch nicht.

Das Internet war dennoch inzwischen unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und als leidenschaftliche Leseratte war ich eine frühe Kundin von Amazon. Das bin ich heute immer noch und auch mein Bücherregal platzt dank der Erfindung des Kindle E-Book Reader nicht mehr aus allen Nähten. Ich muss mich nun nicht mehr entscheiden, welches meiner sieben ungelesenen Bücher ich mit in den Urlaub nehme. Nachschub lasse ich unkompliziert von Alexa finden und ordern, manchmal sogar vorlesen, dann kann ich nebenher putzen. Ups, Putzmittel geht zur Neige? „Alexa, setze Putzmittel auf die Einkaufsliste.“

Hier möchte ich parallel mit dem Kaufverhalten der Menschen ansetzen. Im Jahr 2000 zog ich nach Stuttgart und habe dort auch schnell eine fröhliche Mädels-Clique (für die heutige Generation: Community) gefunden. Wir haben das Erscheinen eines neuen Otto-Kataloges noch zelebriert. Wir trafen uns mit einer Flasche Sekt und haben aufgeregt schwatzend eine Sammelbestellung niedergeschrieben. Unser „zum Warenkorb hinzufügen“ waren damals noch Eselsohren und Kreuzchen auf Seite 128, 319 und 536.

Plötzlich ist alles anders

Was wir uns jedoch gewiss nicht hätten träumen lassen, sind die heutigen jungen Frauen, die vor laufenden Kameras ihre Handtaschen auspacken und mitfilmen, was da alles drin ist. Nun sind wir sogar schon einen Schritt weiter. In heutigen Handtaschen steckt, weil es modern ist, eine Trinkflasche (selbstverständlich recycelt und ohne Weichmacher!) mit Fitness-Tee und Marke xyz zahlt mitteilungsfreudigen YouTuberinnen durchaus mal eine Prämie dafür. Und mit Susi15 kannst auch Du sparen, wenn Du den Tee „binnen der nächsten 3 Tage bestellst“. Wer ist diese Susi, die den Tee anpreist? Und was hat die gelernt? Im Zweifelsfall nichts. Trotzdem verdient sie 5-stellig, wenn ihre Videos gut gemacht sind. Influencer Marketing – das Kind hat einen Namen. Influencer? Ja, Beeinflusser. Und dass solche Leute gar nicht viel können müssen, sollte uns schon zu denken geben. Das schafft nämlich eine ganz neue Wettbewerbssituation. Wir treten nicht mehr ausschließlich gegen unsereins an. Es gibt bereits eigene Plattformen, auf denen man aus ganz vielen solcher Susis auswählen kann, welche am besten zur eigenen Marke passt. There is no Business like Showbusiness!!

Das Netz als Kirremacher

Kundenansprache muss gut gemacht sein. Wir sind heute einer Flut von Reizen ausgesetzt. Das Internet ist ein einziges Battlefield von Shops, die sich wiederum gegenseitig übertrumpfen wollen. Ein Gehirn darf gar nicht lange drüber nachdenken müssen, ob ein Angebot zu ihm passt. Es ist müde von all dem bunten Blingbling, Werbebannern und Versprechen, die alle irgendwie ähnlich klingen, verpackt in „bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt“ und ähnlich schwammigen Phrasen. Marktdurchdringung ist inzwischen eine Sache dessen, wie gut Du Deine Kunden kennst und ob Du weißt, auf welche Trigger sie reagieren. Diese werden glücklicherweise gerade wieder sozialer, nachhaltiger und bewusster. Du musst Probleme lösen und zwar in den Farben und der Typografie, die Deiner Zielgruppe gefallen! Sie müssen Dir vertrauen. Wenn Du das nicht schaffst, schwinden Deine Chancen und Du gehst in der Masse unter. Und vor allem hast Du heute keine Wahl mehr. Du musst online sein. Wer blättert denn noch die gelben Seiten durch, wenn er was sucht? Du selbst zückst doch auch Dein Google, oder? Und wen findest Du dort? Richtig, diejenigen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Ich habe Dir eben noch von den Influencern erzählt und dass wir solch eine Entwicklung früher niemals erahnt hätten. Heute hingegen wundert uns gar nichts mehr. So sind wir Menschen. Alles, was schleichend passiert, nehmen wir nicht so wahr wie einen harten Bruch.

Ein halbes Jahr Corona Krise

Ich möchte Dir eine weitere Entwicklung nennen. Und hier gibt es immer noch zu viele Menschen, für die ist das ein harter Bruch, weil sie sich einfach nicht drum gekümmert haben. Deutschland steht seit dem Frühjahr mit Masse vor einem schwerwiegenden Digitalisierungsproblem. Was niemandem entgangen sein dürfte – wir haben ja immer noch diese Pandemie am Laufen… Das ist das, wo wir alle auf hohem Niveau klagen, wie trostlos unser Leben plötzlich mit all unseren Gimmicks wie iPad, Playstation, Netflix, Amazon & Co. ist. Dass wir die geforderten Abstände und Kontaktbeschränkungen nicht besonders gut hinkriegen, sieht man daran, dass man uns schon wieder einen Lockdown androhen muss. Ich frage mal provokativ: was hast Du mitgenommen aus dem Frühjahr? Hast Du die Zeit genutzt und inzwischen Wege aufgebaut, die Deine Geschäftstätigkeiten weitestgehend erhalten?

Die Digitalisierung ist Dein gangbarer Weg, mit Deinen Mitarbeitern, Deinem Team, Deiner Community, Deinen Kunden in Kontakt zu bleiben und dafür zu sorgen, dass Dich niemand vergisst. Besonders Deine Kunden dürfen gar nicht erst merken, dass es ohne Dich gehen könnte. Und richtig gut wäre es doch, wenn sie einfach weiterhin bei Dir Deine Leistung und Kontakt konsumieren können. Du kannst vielleicht nicht die vollen Umsätze retten, aber einen Teil. Und Du kannst dafür sorgen, dass Deine Kunden danach sofort wieder zu Dir kommen, weil Du sie auch währenddessen nicht allein gelassen hast.

Digitalisierung in Beispielen

Vorweg möchte ich sagen, dass die Digitalisierung nicht vollbracht ist, indem Du eine Webseite besitzt und vielleicht noch eine Facebook Fanpage. Digitalisierung ist eine ganze Menge mehr an Tools, Verständnis und klugem Einsatz der richtigen Helferlein an den richtigen Stellen. Es ist fast schon eine Lebenseinstellung!! Aber ein paar Tipps möchte ich Dir hier mit auf den Weg geben.

Consulting

Wenn Du beratend tätig bist, kannst Du Dein Geschäft am leichtesten von allen ins Netz verlegen. Du machst einfach das online, was Du bisher persönlich gemacht hast. Dazu brauchst Du nur einen PC mit Kamera und Mikro sowie ein DSGVO-konformes Webkonferenzsystem. Bei meinen eigenen Beratungen und Schulungen funktioniert das seit 2013 ganz wunderbar!

Industrie

Wenn Du aus der Industrie stammst, steht wahrscheinlich nicht alles still bei Dir. Du kannst jedoch Open Innovation Formate wie Crowdsourcing oder Co-Creation online starten. So nutzt Du die Zeit des Runterfahrens sinnvoll und entwickelst gemeinsam mit denen Neues, die es hinterher auch nutzen, nämlich mit Deinen Kunden. Dazu nutzt Du eben genanntes Webkonferenzsystem plus Umfragetools (gibt es sogar kostenlos, frag mal heutige Studenten) und ein Kollaborationsprogramm zum strukturieren Deines Projekts. Wenn Du gleichzeitig etwas verkaufst, lies den nächsten Absatz.

Handel

Bist Du Händler, hast Du es auch leicht. Ein Onlineshop ist schnell eingerichtet. Es gibt fertige Shopsysteme oder auch Plugins. Fertige gute Bilder und knackige Produktbeschreibungen. Stell ein Produkt nach dem anderen ein. Berichte in den sozialen Medien darüber, was man mit Deinen Produkten alles tolles machen kann. Schaffe eine Symbiose aus Standort- und Onlinegeschäft. Verknüpfe beides miteinander. Das hilft Dir gerade jetzt, wenn Du die Personenanzahl im Laden begrenzen musst. Biete an, online zu ordern und es persönlich abzuholen – toll beispielsweise bei Kleidung, wo man noch nicht weiß, ob sie passt. Oder biete an, im Ladengeschäft und bei Deinen Außendienstlern Dinge auszuprobieren, die man hinterher bequem online bestellen kann. Ich habe auch hier mehrere Kunden in der Industrie, bei denen das wunderbar funktioniert. Die Außendienstler fahren ihre Kunden an, zeigen die Ladefläche im Transporter voll mit dem, was es Neues gibt und man kann es dann mit seinem eigenen Onlinezugang bestellen.

Dienstleistung / Schönheit

Folgendes gilt natürlich für jede Art von Schönheitspflege, aber ich habe hier das Beispiel Haare gewählt. Als Frisör kannst Du keine Haare schneiden, aber Du kannst virtuell in Form von Videos Tipps geben, wie man seine Spitzen mit Haarmasken aus Haushaltsmittelchen pflegt, wenn man sie gerade schon nicht kürzen kann. Du kannst vormachen, wie man einen rausgewachsenen Schnitt geschickt frisiert. Du kannst einen virtuellen Kalender einrichten, in dem man sofort Termine buchen kann, sobald man wieder zu Dir kommen darf. Hier kannst Du je nach CMS wählen aus Plugins, Add-ons oder eigener Software. Du kannst sogar Deine Spülungen, Shampoos, etc. weiterhin über einen Onlineshop verkaufen.

Sport / Gesundheit

Mit einem eigenen Studio oder als freiberuflicher Trainer kannst Du Kurse online anbieten. Dann tut es nicht so weh, wenn Deine Kunden die Mitgliedgebühr in der Zeit trotzdem entrichten, sondern sie tun es gern, weil sie etwas dafür kriegen. Du brauchst lediglich einen YouTube Kanal und einen Mitgliederbereich auf Deiner Homepage. Sogar beim Kaffeehersteller Tchibo kann man gegen Geld Yoga online buchen, dann kannst Du als Profi das doch erst recht!

Gastronomie

Ein Ort, an dem die Digitalisierung schon schwerer umzusetzen ist. Du kannst im schlimmsten Fall nicht öffnen und wahrscheinlich war Dein Team im Lockdown im Frühjahr mit Masse in Kurzarbeit. Auch hier gibt es jedoch die Möglichkeit, Umsätze zu retten. Du könntest eine Mindestanzahl an Gerichten pro Tag kochen, für die Du nur wenige Mitarbeiter brauchst (Abstandsregeln!) und die man online vorab bei Dir bestellen kann sowie per Paypal bezahlen, damit es nicht zu spontanen Stornos kommt. Jeder Kunde bekommt über das Buchungssystem sein Zeitfenster zur Abholung und bezahlt ist es ja schon. Ferner empfehle ich Dir die sozialen Medien, um Deine Stammkunden bei Laune zu halten. Vielleicht postest Du auch mal, wie man den perfekten Pizzateig zuhause hinkriegt?

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, Konsolidierung zu betreiben. Ich kann nur dazu ermuntern, Dich drauf einzulassen und nicht von vornherein zu fluchen, wie übel gerade alles ist. Sei kreativ, suche Lösungen, denke groß. Vor allem, wenn Du es noch nicht getan hast, fang endlich damit an. Das Internet ist ein Ort, an dem fleißige Arbeit belohnt wird. Stell es Dir wie eine große Shopping Mall vor, in der das Schaufenster Deines Onlineauftritts das ist, was die Menschen anlockt. Wenn Du es nicht tust, tun es ja doch viele andere und das werden die Gewinner sein. Diejenigen, die nicht meckern, sondern handeln. Die Digitalisierung macht sowieso weiter, ob mit Dir oder ohne Dich.

Schau Dir gern mal meinen SELBSTLERNKURS an. Damit kannst Du Dir selbst in Deinem Tempo eine Strategie erarbeiten. Bei Fragen schreib mich an oder ruf mich an und dann können wir uns gern jederzeit flexibel online treffen.

Komm gut durch die nächste Zeit!

Urlaubserfahrungen

Digital Verkaufen – Was man im Urlaub lernen kann

Buenos dias Amigos. Ich war letzte Woche im Urlaub. Da mein geliebtes Ibiza spontan mit unter die spanische Reisewarnung fiel, wurde es Teneriffa. Übrigens eine total vielseitige Insel und ich überlege, Euch die Tour und Erlebnisse auf meinem Blog zur Verfügung zu stellen, damit Ihr sie nachmachen könnt. Denn derzeit sind viele verunsichert, wo man guten Gewissens hinreisen kann, wo die Menschen sich auch an die Sicherheitsregeln halten. Inseln sind da tatsächlich eine sehr gute Wahl, weil die Menschen dort meistens vom Tourismus leben und darauf sensibilisiert sind, dass sie sich somit viel weniger erlauben können, sich fehlzuverhalten.

Aber man kann von so einem Urlaub auch eine ganze Menge über Vertrieb lernen und wir können noch dazu diese Strategien direkt auf unseren digitalen Verkauf übertragen.

Sichtbarkeit

Strandverkäufer legen Dir alles in den Weg. Du kannst gar nicht anders als über sie stolpern und deren Auslage betrachten. Strandverkäufer sind DIE Profis schlechthin, was Sichtbarkeit angeht. Sie wählen gezielt die Straßen und Plätze, an denen die Touristen definitiv vorbeikommen. Als nächstes verwickeln sie Dich ins Gespräch und genau das musst Du auch tun. Platziere Dich da, wo Deine Zielkunden Dich definitiv bemerken. Mit Internetwerbung in den sozialen Netzwerken geht das ziemlich gut, weil Du bei den sogenannten Ads die Menschen, die Du erreichen willst, sehr genau definieren kannst. Wenn die Leute erst mal auf Deiner Seite sind, hast Du die besten Voraussetzungen, mit ihnen in den Dialog zu treten.

Verkaufspsychologie

Was die Menschen erstmal haben, wollen sie nicht wieder hergeben. So geschehen nach der Whale Watching Tour. Beim Betreten des Katamarans wurden Bilder gemacht, die dann ein Mitarbeiter in der Zeit, wo wir unterwegs waren, entwickelt und in schöne Deckblätter eingeschlagen hat. Bei Ankunft im Hafen wurden die Erinnerungsstücke an alle Teilnehmer ausgegeben. Nach einem Moment des Befühlens und quasi des bereits Besitzens wurde der Preis genannt und nun hatte man die Möglichkeit, die Bilder entweder wieder abzugeben oder – was Sinn der Sache ist – sie eben nicht wieder hergeben zu wollen und zu bezahlen.

Im Internet hast Du mehrere Möglichkeiten. Für physische Produkte kannst Du einen kostenlosen Testzeitraum anbieten, eine großzügige Geld-zurück-Garantie, jetzt kaufen, später bezahlen oder bei Software und Download-Material ein sogenanntes Freemium-Paket. Dropbox, OneDrive und die Apple Cloud sind gute Beispiele. Man bekommt kostenlosen Speicherplatz, der natürlich eines Tages nicht mehr ausreicht. Aber statt auf den inzwischen gewohnten Komfort zu verzichten, werden die Kunden upgraden und bezahlen.

Preisstrategie

Die Bilder der Whale Watching Tour hatten ein spannendes Preisgefüge. 1 Bild 8 Euro, 2 Bilder 10 Euro. Niemand hat nur 1 Bild genommen. Fotopapier ist heutzutage sehr günstig – und bei 20 Teilnehmern hat der Verkäufer auf einen Schlag 40 Euro mehr verdient, ohne viel dafür zu tun. Gleiches haben wir bei unseren Bildern mit den Papageien erlebt. Kleinste Größe 10 Euro und dann gestaffelt hoch immer nur 2 Euro mehr. Kein Mensch nimmt das kleinste Bild. Und letztes Beispiel Kamelreiten. Kleinstes Paket 20 Minuten ohne alles, gestaffelt bis hin zu 40 Minuten, Foto und Sangria mit Snack in der Oase hinterher. Ähnliches Prinzip der Preissprünge.

Was kannst Du tun? Biete immer mehrere Varianten an. Zum einen hat der Mensch gerne die Wahl und zum anderen will eigentlich niemand das billigste kaufen. Bei 3 Produkten entscheiden sich die meisten für die Mitte. Das sollte dann auch Dein Produkt mit der besten Marge sein, sonst lohnt es sich nicht. Wenn Du ein absoluter Fuchs bist, dann machst Du ein Bundle draus. Gebe eine kostenlose Beigabe dazu oder eine Beigabe, die das Produkt nur um eine kleine Differenz teurer macht – wie bei den Fotos.

Reziprozitätsprinzip

Der Mensch ist so, er bleibt nicht gern was schuldig. Wir haben den Teide bestiegen. Das ist der höchste Berg von Spanien und gleichzeitig ein Vulkan. Bevor es hoch ging, wurde man unten an der Talstation hübsch drapiert, in Szene gesetzt und – ihr ahnt es schon – fotografiert. Als wir wieder runterkamen, wartete das Foto in einem wertigen Umschlag, welches – Achtung Kombi – einem via Stecktafel wieder mitten in den Weg gestellt wurde. Hier greift der Gedanke, dass sich die Menschen ja Mühe gemacht haben und man sich schlecht fühlen würde, wenn man es jetzt nicht für 5 läppische Euro kaufen würde. 5 Euro sind gefühlt nichts und außerdem wer geht schon an seinem eigenen Bild vorbei?

Was kannst Du tun, um Deinen Zielkunden vorab eine Mühe zukommen zu lassen, für die sie sich hinterher gern mit einem Kauf revanchieren wollen? Geh mal in Dich… Und noch ein Tipp zum „mitten im Weg platzieren“… Hast Du schon mal bei einer Onlinedruckerei bestellt? Beim Verlassen des Warenkorbes zeigen sie Dir dort stets noch weitere Produkte, die Du – womöglich auch zu einem Sonderpreis – mitkaufen kannst. Bei Amazon ist das alternativ „Kunden, die abc gekauft haben, interessierten sich auch für xyz.“

Ich hoffe, ich konnte Dir heute einige Anregungen liefern, die Du auf Deiner Webseite, in Deinem Internetshop oder in den sozialen Netzwerken auf Dein Angebot übertragen kannst. Wenn Du einen Sparringspartner für Deine Ideen brauchst, schreib mich gern an.

Wer den Inhalt lieber bei YouTube konsumieren und sich berieseln lassen möchte, ich bette hier das Video ein.

https://youtu.be/b70WzvPe1-o

 

Habe ich meine guten Manieren verloren?

Warum ich Dich plötzlich duze

Keine Sorge, weder fehlt mir der Anstand und wenn Du mich anrufst, werde ich auch nicht wild drauf los duzen. Es geht hier um diese Webseite, meine Blogtexte und um soziale Medien sowieso. Beim Lesen fällt das „Du“ deutlich leichter. Schließlich beziehen wir alles Gelesene auf uns, was ja auch so sein soll. Denn sind wir mal ehrlich, wer würde etwas schreiben, wenn er damit keine Impulse hinterlassen wollte? Nur wir würden uns selbst nicht siezen, daher ist es nicht authentisch und ein „Sie“ schafft höchstens Distanz, wo keine sein soll.

Dazu kommt, dass das Internet sowieso ein vergleichsweise lockerer Ort ist. Im Netz werden Hierarchien kaum gelebt. Mal ganz abgesehen davon, dass sie auch im wahren Leben immer mehr an Bedeutung verlieren, weil sie – zumindest in Verbindung mit extrem wahrgenommener Autorität – eher schädlich für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind. Augenhöhe und Transparenz, das sind die Schlagworte dieser Zeit. Wir müssen offen miteinander umgehen. Denn besonders dieses Jahr hat uns schon gezeigt, wo der Hammer hängt. Und da, wo man es nicht schnell genug schafft, sich anzupassen und umzustellen, da fällt er übrigens.

Ich möchte Dir in der nächsten Zeit ein paar Tipps geben, was Du gerade jetzt tun kannst, um Dein Unternehmen im Vertrieb digitaler aufzustellen. Klicke gern HIER und Du gelangst direkt in meine Facebook Gruppe. Da erreichen Dich meine Tipps unverbindlich und so, dass Du sie in einer ruhigen Minute lesen kannst. Dort kannst Du auch jederzeit Fragen an mich und andere Teilnehmer richten. Ich möchte gern mein Wissen mit Dir teilen. Da ist einiges zusammengekommen in den letzten Jahren an Strategien, die bewiesenermaßen funktionieren. Ich habe nun schon einige Unternehmen ins Netz gebracht und sie alle profitieren davon besonders jetzt.

P.S. was mich sehr gefreut hat und für mich persönlich eben mehr Nähe schafft, auch von Xing erhielt ich vor gar nicht allzu langer Zeit die Meldung, dass die komplette Seite jetzt auf’s Duzen umgestellt ist. Ich denke, wenn ein großes Business Netzwerk mit sämtlichen CEOs, Managern, Professoren und Co. das kann, dann kriegen wir das hier in unserem Kreise auch hin 🙂

Social Media

Nicht verkaufen auf Social Media? Wie geht das?

Letzte Woche habe ich bei einem Kunden eine Veranstaltung begleitet. So kam ich ins Gespräch mit einem sympathischen Herren, der dort zu Gast war. Er selbst hat ein Traditionsunternehmen für Berufsbekleidung und möchte derzeit nicht wachsen. Ergo lautete seine erstmal logische These: Social Media ist nichts für ihn. Da würden ja nur noch mehr potenzielle Kunden auf ihn aufmerksam. Ist das so oder kann man auch in den Social Media steuern, was man damit erreichen will…?

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Digitalisierung schulen

Mitarbeiter schulen in digitalen Zeiten

Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom im November 2017 befürchten etwa 1/4 der deutschen Unternehmen, dass die Digitalisierung auf Dauer ihre Existenz bedroht. Etwa 3,4 Millionen Arbeitsplätze könnten nach einer Hochrechnung unter 500 befragten Unternehmen bis 2022 direkt davon betroffen sein. Fast 1/3 der Unternehmen zieht deshalb sogar in Betracht, sich bereits vorab zu verkleinern.

Und tatsächlich hat die Digitalisierung bereits ganze Berufsbilder verändert, siehe den KFZ-Mechatroniker. Einst schwang er als Mechaniker den Schraubenschlüssel, heute das elektronische Auslesegerät zur Fehlersuche. Etwa die Hälfte unserer aktuell 330 Ausbildungsberufe ist zumindest in ihrer Erscheinungsform bedroht. Weiterlesen