Marketing

Marketing & CI – klingt nur dröge, ist es aber nicht!

Marketing Workshops für jeden Mitarbeiter

Seit geraumer Zeit gebe ich Marketing Workshops, speziell in den Bereichen Industrie, Logistik und Groß- & Außenhandel. Zum einen mag ich die Zielgruppe unheimlich gern, die von ihrer Art her ein wenig robuster oder aber Technik-affin ist. Zum anderen ist es mir in meinem Wirken ein großes Anliegen, dass möglichst ALLE Mitarbeiter eines Unternehmens an einem Strang ziehen. Das kann ein jeder aber nur, wenn er weiß, warum er in welche Richtung „mitziehen“ soll. Er muss wissen und verstehen, was sich die Strategen und Operateure irgendwann einmal gedacht haben bei ihren unternehmerischen Entscheidungen. Zumal der Mensch so gestrickt ist, dass er viel lieber für etwas einsteht, was er kennt und mag und womit er sich identifiziert! 

Man kann nur mögen, was man kennt

Was ist ein Unternehmensbotschafter? Das ist im besten Falle ein Mitarbeiter, der sehr begeistert von seinem Job und Brötchengeber ist. Jemand, der eine hohe emotionale Bindung zu seiner Firma hat. Jemand, der immer und überall für seine Produkte oder Dienstleistung wirbt, gerne drüber spricht. Und ganz wichtig, das ist auch jemand, der sich stets im Sinne seines Unternehmens verhält. Sowohl intern im Job, als auch extern als Privatperson. Ich nehme stets gerne meinen früheren Arbeitgeber, die BMW AG, als Paradebeispiel. Wir wussten vom ersten Tag an, dass auch in der Freizeit der Dienstwagen sauber zu sein hat, wir uns damit an die Verkehrsregeln zu halten haben und sehr viel später, zu Zeiten von Facebook, kam z.B. auch hinzu, dass sowas wie Eimer saufen am Ballermann echt nicht Premium ist. Wir waren aber ein Premiumhersteller und sollten uns auch stets so präsentieren. Sensibilisieren ist das Zauberwort. Genau diese Feinheiten sind es, die erst ein rundes Bild vom Ganzen ergeben.

Und jetzt kommt die Quizfrage für den gewieften Unternehmer

Woher weiß dieser Mitarbeiter überhaupt, was „im Sinne des Unternehmens“ bedeutet?

Ganz einfach: mag sagt es ihm in aller Deutlichkeit! Man gibt ihm am besten bereits zur Einstellung einen kompletten Leitfaden mit auf den Weg zum Schreibtisch – egal zu welchem – von der Buchhaltung über die Warenannahme, die Produktion oder das Teilelager, dem Verkauf sowieso… Eine Arbeitsplatzbeschreibung samt Corporate Identity. Und nach und nach weiht man ihn ins hauseigene Marketing ein. Marketing ist die Ausrichtung eines Unternehmens am Markt. Die vier großen Bereiche sind die Produktpolitik & Sortimentsstrategie, die Preispolitik, Vertrieb / Distribution und die Kommunikationspolitik. Darin ist z.B. auch die Werbung enthalten. Ich meine jetzt keine für die Stelle irrelevanten Details, sondern alles, was hilft, den Spirit der Firma mit hinaus in die Welt zu tragen. Und selbstverständlich auch alles, was ihm hilft, alltägliche Kundenfragen zu beantworten, ohne dass er ständig sagen muss: „Sorry, der zuständige Kollege ist grad zu Tisch. Kann er Sie später zurückrufen?“

Marketing ist mehr als Werbung

In vielen Köpfen ist Marketing nur mit Werbung gleichgesetzt. Es hilft ungemein, dieses Bild zu berichtigen. Es kürzt viele internen Prozesse ab, wenn z.B. der Verkäufer die allgemeinen Absatzziele und Marktverhältnisse (Einflussfaktoren auf den Marketing Mix) kennt und weiß, wieso er Gas geben muss. Oder wenn ein Techniker mit Kundenkontakt weiß, dass es Skonto (Zahlungsbedingungen) gibt bei Sofortzahlung. Wenn er dem Kunden das verrät, hat er nämlich einen neuen Freund und die Firma ihr Geld schneller. Er hilft quasi aktiv mit, die Liquidität gesund zu erhalten. Überhaupt ist es für jeden gut, zu wissen, welches Produkt sich wie lange hält und in welchem Takt Facelift und Nachfolgeprodukt (Produktlebenszyklus) erscheinen. Und wie Preise entstehen (Preisdifferenzierungen), wann sie hoch sind und wann niedrig.

Bei Porsche war es für uns damals auch schön, zu wissen, warum der Schlüssel links steckt (Produkteigenschaften). Man konnte jedem Kunden die Geschichte der ersten 24-Stunden-Rennen erzählen und wie die Fahrer zu ihren Autos gerannt sind, die linke Hand am Schlüssel und die rechte schon am Schaltknauf. Geschichten sind Brücken mitten ins Kundenherz hinein. Aber diese Geschichten, wenn es denn welche gibt, muss man auch am Leben erhalten. Nicht einfach einen Mitarbeiter an seinen Arbeitsplatz setzen und ihn sein Ding machen lassen.

Und wer keinen Trainer dafür engagieren will oder kann, der könnte z.B. selber ein Skript anfertigen, welches er an jeden Mitarbeiter austeilt. Ich bin im Übrigen fest davon überzeugt, dass dieses Vorgehen mit zum Erfolgsgeheimnis der ganz großen Player am Markt gehört, sie tun das nämlich alle!

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