Like me - Einsatz von Social Media

Nicht verkaufen auf Social Media? Wie geht das?

Letzte Woche habe ich bei einem Kunden eine Veranstaltung begleitet. So kam ich ins Gespräch mit einem sympathischen Herren, der dort zu Gast war. Er selbst hat ein Traditionsunternehmen für Berufsbekleidung und möchte derzeit nicht wachsen. Ergo lautete seine erstmal logische These: Social Media ist nichts für ihn. Da würden ja nur noch mehr potenzielle Kunden auf ihn aufmerksam. Ist das so oder kann man auch in den Social Media steuern, was man damit erreichen will…?

Mögliche Ziele von Social Media

Social Media, sprich die sozialen Netzwerke, bedient man, wie jede unternehmerische Tätigkeit, am besten über definierte Ziele. Und die können verschiedener Natur sein. Was könnten denn solche Ziele sein – abgesehen davon, etwas zu verkaufen?

  • Kommunikation / Dialog mit Kunden
  • Entertainment
  • das eigene Fachwissen untermauern
  • sich selbst als attraktiven Arbeitgeber / Ausbilder präsentieren
  • Imagepflege / Reputation kräftigen

Und überhaupt ist Social Media eher nicht der Ort, den man zu stark werblich betreiben sollte. Nutzen wir es lieber zum Vertrauen aufbauen, Beziehungen festigen, Menschen begeistern, ihnen helfen. Eben wie der Name schon sagt, es sind SOZIALE Medien. Es heißt schließlich auch Beiträge „teilen“. Teilen ist etwas Soziales. Also los, teilt Wissen! Klar wird es sich (hoffentlich) nicht vermeiden lassen, den einen oder anderen so sehr zu begeistern, dass er was kauft 😉

Wie umsetzen?

Wir wollen online Freunde gewinnen. Was tut man denn so für Freunde? Man zeigt Ihnen ab und zu mal etwas, was ihnen weiterhilft. Am Beispiel Berufsbekleidung: Pflegetipps, so dass sie möglichst lange hält. Ich selbst bekam einst den Tipp von einem Kameraden, meinen Feldanzug, welcher ja auch eine Art Berufsbekleidung ist, nicht mit Weichspüler zu waschen, weil der Stoff sonst seine Konsistenz zu schnell verliert. Genauso gibt es Schuhwerk, welches eine spezielle Schuhcreme benötigt, damit es luftdurchlässig bleibt. Das alles weiß nicht jeder und deshalb können wir es weitererzählen. Zumal wir schlechte Produktbewertungen vermeiden, wenn wir den Leuten erklären, wie sie damit umgehen müssen.

Wir wollen Vertrauen aufbauen. Wenn unsere Zulieferer fair und ethisch korrekt arbeiten, in Deutschland produzieren, Bio-Materialien verwenden, auf chemische Zusatzstoffe verzichten, etc., dann können wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir können unseren Zulieferer öffentlich empfehlen, was unserer Geschäftsbeziehung zu ihm ganz gewiss gut tut und wir können uns selbst als nachhaltige Unternehmer präsentieren. Warum sollen wir verstecken, dass wir mitdenken? Fahrt raus zu Euren Produzenten, zeigt Ausschnitte aus dem Herstellungsprozess, dreht ein kleines Video. Das Video könnt Ihr auf den Kanälen posten sowie gleichzeitig bei YouTube listen, denn YouTube gehört zu Google und ist ein starker Rankingfaktor. Euer Unternehmen wird besser im Internet gefunden. Ok, das waren jetzt sogar drei Fliegen…

Weitere Ideen

Bleiben wir ruhig mal beim Beispiel Berufsbekleidung…

How to’s / Anleitungen / Tutorials

Wie pflege ich was? Zum Beispiel Regenkleidung, Gore-Tex, Beschichtungen. Wie setze oder baue ich was zusammen? Zum Beispiel: Wie befestige ich die Protektoren richtig? Wie kann ich einzelne Teile miteinander kombinieren? Wie ziehe ich meine Arbeitshemden auf Montage knitterfrei aus dem Koffer? Hier kann man alles nutzen: Videos, Bilderabfolgen…

Beweise, die das Vertrauen untermauern

So sieht unser Qualitätsmaterial nach einem Unfall aus = dem Träger ist nichts passiert.

Oder: Schaut her, wir tragen die Kleidung selber bei der Arbeit oder beim Hobby.

Mitreden / Erreichbarkeit / Kommunikation

Umfragen: Wir wählen gerade unsere Frühjahrskollektion 2019 aus. Welches Muster gefällt Euch am besten?

Messenger-Chats: Produktsupport. Fragestellungen zeitnah und auf dem kleinen Dienstweg beantworten.

Oder: Bestellt Euch Euren Artikel in die Wunschfiliale zum Anprobieren und Mitnehmen.

Imagepflege

Uns gibt es seit über 50 Jahren!!! (Es gibt uns schon so lange, wir sind gut. Wenn wir es nicht wären, gäbe es uns schon nicht mehr)

Wir haben einen Preis gewonnen. Schaut uns bei der Übergabe zu. (Jetzt hat auch noch jemand anders offiziell bestätigt, dass wir gut sind)

Video: Wir besuchen heute zusammen unseren Produzenten xyz und zeigen Euch, wie Qualität hergestellt wird. (Wir leisten uns für Euch diese Qualität)

Petition ür bessere Arbeitsbedingungen bei Paketdiensten. Wir beteiligen uns. (Wir sind auch noch gute Menschen und wollen anderen helfen)

News verbreiten

Nächste Woche haben wir großen Schlussverkauf / Angebotswoche für Arbeitsjacken.

Am 1.8. kann ein Azubi im Großhandel bei uns anfangen. Bewerbt Euch jetzt.

Wettbewerbe

Sendet uns Eure Bilder ein, in welchen Extremsituationen Ihr unsere Produkte benutzt. Das beste Bild gewinnt einen 15% Gutschein für unseren Online Shop.

Social Media für die Langfristigkeit

Gerade ein Traditionsunternehmen ist auf Nachfolge bedacht. Nachfolge hat immer etwas damit zu tun, das geeignete Team zu Zeiten der eigenen Wirksamkeit zusammenzustellen. Wie zieht man die richtigen Menschen an? Indem man sich so präsentiert, dass die Wunschmitarbeiter sich bei einem bewerben. Für den Fall, dass man auch nach potenziellen Mitarbeitern via Social Media suchen möchte, können auch gute Texter helfen, die richtigen Formulierungen zu erstellen. Denn Stellenanzeige ist nicht gleich Stellenanzeige.

Ebenso kann man alte Berufe ganz frisch aufgemöbelt und cool darstellen, um wieder junges Publikum dafür zu begeistern.

Mann kann auch das bisherige Team vorstellen, denn es sind immer Menschen, die eine Marke zu dem machen, was sie ist. Z.B. Das ist Lieschen Müller. Sie arbeitet seit 13 Jahren für uns und macht die Buchhaltung.

Welche Plattform?

Da sind wir wieder bei den Zielen. Danach sollte man seine Plattform auswählen. Und natürlich nach dem eigenen Angebot. Facebook ist zum Beispiel sehr vielfältig. Von Umfragen bis hin zu eigenen Veranstaltungen, zu denen man Gäste einladen kann – und sei es nur der „Sale“. Hier kann man Text und Bild gleichermaßen posten.

Wer viele Produkte im Portfolio hat, von denen man (möglichst emotionale) Bilder machen kann, kann sich auch einer bildlastigen Plattform bedienen, zum Beispiel Instagram oder Pinterest. Wer oft und dafür kurze Messages hat, für den ist Twitter etwas. Hier ist die Textlänge auf 280 Zeichen beschränkt.

Auch für das Business gibt es spezielle Social Media, nämlich Xing und LinkedIn. Dies sind rein geschäftliche Netzwerke, in denen man Kooperationen sowie Geschäfte anbahnen kann. Ansonsten dienen diese Medien auch einfach der Kontaktpflege. Zudem bieten sie spannende Foren und Gruppen, in denen man mitmischen kann und so wieder auf die eigene Expertise aufmerksam machen kann.

Denkt im Netz an ein paar Dinge:

  • Macht eine Strategie. Entscheidet und definiert, was Ihr im Social Web erreichen wollt. Spontan drüber nachdenken, was man heute mal posten könnte, macht nur unnötig Stress und man verliert zu leicht den Überblick. Mit meinen Kunden erstelle ich beispielsweise einen roten Faden für 4 Wochen detailliert und für bis zu 3 Monate im Voraus zumindest thematisch grob festgehalten. Meistens sind die Inhalte saisonal bedingt.
  • Postet am besten zu Tageszeiten, zu denen Eure Zielgruppe online ist. In Europa sind das die klassischen Feierabendzeiten.
  • Schreibt, wie es Eure Zielgruppe benötigt: entweder Zahlen-Daten-Fakten-lastig oder gefühlslastig. Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, macht beides und testet aus, was besser ankommt. Verkünstelt Euch nicht, bleibt authentisch.
  • Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Wenn Ihr selbst nicht über genug Bildmaterial verfügt, schaut mal bei Pixabay vorbei. Hier gibt es lizenzfreie Stockbilder.
  • Vergesst nie, dass – gerade in heutigen Zeiten – Eure Wettbewerber stets nur einen einzigen Mausklick entfernt sind! Schaut also auch mal nach links und rechts, was da passiert.

Fazit

Social Media sind gar nicht explizit zum offensichtlichen Verkaufen gedacht. Es ist ein zusätzliches Medium, das man nutzen kann. Die Reaktionen Eurer Leser sind kostenlose Unternehmensberatung.

Wenn Ihr Euch nicht sicher seid, fragt mich (Konzeption der Vertriebsstrategie) und meine Partner:

B2N / spezialisiert auf Social Media

Die Kommunikanten / spezialisiert auf Unternehmenskommunikation

Die Erfolgsredakteurin / spezialisiert auf Texte