Die Digitalisierung macht auch ohne Dich weiter

Ich bin ein Digital Native. Ich bin 1980 geboren. Das heißt, ich bin auf natürliche Weise und vollkommen im Fluss in die Digitalisierung reingewachsen. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die der Computer irgendwo in der Lebensmitte überrascht hat. Ich bin jetzt selbst circa in meiner Lebensmitte und HTML ist für mich eine Sprache wie Englisch – sollte man mindestens in Grundkenntnissen anwenden können.

Wir hatten einen PC, aber keine Digitalisierung

Ende der 80er Jahre kaufte mein Vater einen Amstrad PC. Seine Worte habe ich noch im Ohr: „Der ist zum Arbeiten, nicht zum Spielen.“ Da man in der Grundschule bekanntlich noch keinen Job hat, habe ich meine Schießergebnisse aus dem Schützenverein in Diagramme umgewandelt und konnte meine Leistungskurve messen. Jetzt, 30 Jahr später, messe ich die Leistungskurve meines Kontos mit Lexware und gleichzeitig hat meine Steuerberaterin Zugriff drauf, das spart mir auch direkt den Weg zu ihr. Während solche Selbstverständlichkeiten heute zum guten Ton der Digitalisierung gehören, hat man damals das Wort noch nicht im Ansatz benutzt, geschweige denn, bewusst darüber nachgedacht, welche Ausmaße es mal annehmen könnte. Aber mit der Fehleinschätzung waren wir nicht alleine. Lies HIER gern mal sämtliche IT-Irrtümer nach.

In den folgenden Jahren kam bei uns immer ein wenig Technik hinzu. Ein mobiles Telefon, zu der Zeit noch riesig und in einem Koffer. Außerdem ein Notebook, ebenfalls noch groß, schwer und in Kastenform. Ferner hatten wir ein Faxgerät. Meine Schulfreundin und ich haben uns darüber nachmittags Briefchen hin und hergeschickt. Das war quasi unser Whats App. Die 90er Jahre waren allgemein geprägt von: „Geh mal aus dem Internet, ich will telefonieren.“ Nicht traurig sein um die gute alte Zeit Leute, ein bisschen Retro konnten wir uns erhalten, ist es doch in Deutschlands Flickenteppich von Netzabdeckung ganz ähnlich. Wenn ich mit meinem Iphone telefoniere, kommt mancherorts immer noch keine Mail durch.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Anfang 1999 wurde es bunt – mit einem Nokia 5110 in einem quietschgelben Cover, welches daheim mit dem grellgrünen Messenger ICQ um die Wette piepste. „Bist Du nachher noch on?“ So haben wir uns in der Schule verabschiedet. Zu der Zeit war das noch eine berechtigte Frage, denn wir hatten, statt 250 Facebook Freunden, unsere echte Clique mit persönlicher Anwesenheit zu versorgen. Digitalisierung war das also immer noch nicht.

Das Internet war dennoch inzwischen unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Und als leidenschaftliche Leseratte war ich eine frühe Kundin von Amazon. Das bin ich heute immer noch und auch mein Bücherregal platzt dank der Erfindung des Kindle E-Book Reader nicht mehr aus allen Nähten. Ich muss mich nun nicht mehr entscheiden, welches meiner sieben ungelesenen Bücher ich mit in den Urlaub nehme. Nachschub lasse ich unkompliziert von Alexa finden und ordern, manchmal sogar vorlesen, dann kann ich nebenher putzen. Ups, Putzmittel geht zur Neige? “Alexa, setze Putzmittel auf die Einkaufsliste.”

Hier möchte ich parallel mit dem Kaufverhalten der Menschen ansetzen. Im Jahr 2000 zog ich nach Stuttgart und habe dort auch schnell eine fröhliche Mädels-Clique (für die heutige Generation: Community) gefunden. Wir haben das Erscheinen eines neuen Otto-Kataloges noch zelebriert. Wir trafen uns mit einer Flasche Sekt und haben aufgeregt schwatzend eine Sammelbestellung niedergeschrieben. Unser „zum Warenkorb hinzufügen“ waren damals noch Eselsohren und Kreuzchen auf Seite 128, 319 und 536.

Plötzlich ist alles anders

Was wir uns jedoch gewiss nicht hätten träumen lassen, sind die heutigen jungen Frauen, die vor laufenden Kameras ihre Handtaschen auspacken und mitfilmen, was da alles drin ist. Nun sind wir sogar schon einen Schritt weiter. In heutigen Handtaschen steckt, weil es modern ist, eine Trinkflasche (selbstverständlich recycelt und ohne Weichmacher!) mit Fitness-Tee und Marke xyz zahlt mitteilungsfreudigen YouTuberinnen durchaus mal eine Prämie dafür. Und mit Susi15 kannst auch Du sparen, wenn Du den Tee „binnen der nächsten 3 Tage bestellst“. Wer ist diese Susi, die den Tee anpreist? Und was hat die gelernt? Im Zweifelsfall nichts. Trotzdem verdient sie 5-stellig, wenn ihre Videos gut gemacht sind. Influencer Marketing – das Kind hat einen Namen. Influencer? Ja, Beeinflusser. Und dass solche Leute gar nicht viel können müssen, sollte uns schon zu denken geben. Das schafft nämlich eine ganz neue Wettbewerbssituation. Wir treten nicht mehr ausschließlich gegen unsereins an. Es gibt bereits eigene Plattformen, auf denen man aus ganz vielen solcher Susis auswählen kann, welche am besten zur eigenen Marke passt. There is no Business like Showbusiness!!

Das Netz als Kirremacher

Kundenansprache muss gut gemacht sein. Wir sind heute einer Flut von Reizen ausgesetzt. Das Internet ist ein einziges Battlefield von Shops, die sich wiederum gegenseitig übertrumpfen wollen. Ein Gehirn darf gar nicht lange drüber nachdenken müssen, ob ein Angebot zu ihm passt. Es ist müde von all dem bunten Blingbling, Werbebannern und Versprechen, die alle irgendwie ähnlich klingen, verpackt in “bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt” und ähnlich schwammigen Phrasen. Marktdurchdringung ist inzwischen eine Sache dessen, wie gut Du Deine Kunden kennst und ob Du weißt, auf welche Trigger sie reagieren. Diese werden glücklicherweise gerade wieder sozialer, nachhaltiger und bewusster. Du musst Probleme lösen und zwar in den Farben und der Typografie, die Deiner Zielgruppe gefallen! Sie müssen Dir vertrauen. Wenn Du das nicht schaffst, schwinden Deine Chancen und Du gehst in der Masse unter. Und vor allem hast Du heute keine Wahl mehr. Du musst online sein. Wer blättert denn noch die gelben Seiten durch, wenn er was sucht? Du selbst zückst doch auch Dein Google, oder? Und wen findest Du dort? Richtig, diejenigen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Ich habe Dir eben noch von den Influencern erzählt und dass wir solch eine Entwicklung früher niemals erahnt hätten. Heute hingegen wundert uns gar nichts mehr. So sind wir Menschen. Alles, was schleichend passiert, nehmen wir nicht so wahr wie einen harten Bruch.

Ein halbes Jahr Corona Krise

Ich möchte Dir eine weitere Entwicklung nennen. Und hier gibt es immer noch zu viele Menschen, für die ist das ein harter Bruch, weil sie sich einfach nicht drum gekümmert haben. Deutschland steht seit dem Frühjahr mit Masse vor einem schwerwiegenden Digitalisierungsproblem. Was niemandem entgangen sein dürfte – wir haben ja immer noch diese Pandemie am Laufen… Das ist das, wo wir alle auf hohem Niveau klagen, wie trostlos unser Leben plötzlich mit all unseren Gimmicks wie iPad, Playstation, Netflix, Amazon & Co. ist. Dass wir die geforderten Abstände und Kontaktbeschränkungen nicht besonders gut hinkriegen, sieht man daran, dass man uns schon wieder einen Lockdown androhen muss. Ich frage mal provokativ: was hast Du mitgenommen aus dem Frühjahr? Hast Du die Zeit genutzt und inzwischen Wege aufgebaut, die Deine Geschäftstätigkeiten weitestgehend erhalten?

Die Digitalisierung ist Dein gangbarer Weg, mit Deinen Mitarbeitern, Deinem Team, Deiner Community, Deinen Kunden in Kontakt zu bleiben und dafür zu sorgen, dass Dich niemand vergisst. Besonders Deine Kunden dürfen gar nicht erst merken, dass es ohne Dich gehen könnte. Und richtig gut wäre es doch, wenn sie einfach weiterhin bei Dir Deine Leistung und Kontakt konsumieren können. Du kannst vielleicht nicht die vollen Umsätze retten, aber einen Teil. Und Du kannst dafür sorgen, dass Deine Kunden danach sofort wieder zu Dir kommen, weil Du sie auch währenddessen nicht allein gelassen hast.

Digitalisierung in Beispielen

Vorweg möchte ich sagen, dass die Digitalisierung nicht vollbracht ist, indem Du eine Webseite besitzt und vielleicht noch eine Facebook Fanpage. Digitalisierung ist eine ganze Menge mehr an Tools, Verständnis und klugem Einsatz der richtigen Helferlein an den richtigen Stellen. Es ist fast schon eine Lebenseinstellung!! Aber ein paar Tipps möchte ich Dir hier mit auf den Weg geben.

Consulting

Wenn Du beratend tätig bist, kannst Du Dein Geschäft am leichtesten von allen ins Netz verlegen. Du machst einfach das online, was Du bisher persönlich gemacht hast. Dazu brauchst Du nur einen PC mit Kamera und Mikro sowie ein DSGVO-konformes Webkonferenzsystem. Bei meinen eigenen Beratungen und Schulungen funktioniert das seit 2013 ganz wunderbar!

Industrie

Wenn Du aus der Industrie stammst, steht wahrscheinlich nicht alles still bei Dir. Du kannst jedoch Open Innovation Formate wie Crowdsourcing oder Co-Creation online starten. So nutzt Du die Zeit des Runterfahrens sinnvoll und entwickelst gemeinsam mit denen Neues, die es hinterher auch nutzen, nämlich mit Deinen Kunden. Dazu nutzt Du eben genanntes Webkonferenzsystem plus Umfragetools (gibt es sogar kostenlos, frag mal heutige Studenten) und ein Kollaborationsprogramm zum strukturieren Deines Projekts. Wenn Du gleichzeitig etwas verkaufst, lies den nächsten Absatz.

Handel

Bist Du Händler, hast Du es auch leicht. Ein Onlineshop ist schnell eingerichtet. Es gibt fertige Shopsysteme oder auch Plugins. Fertige gute Bilder und knackige Produktbeschreibungen. Stell ein Produkt nach dem anderen ein. Berichte in den sozialen Medien darüber, was man mit Deinen Produkten alles tolles machen kann. Schaffe eine Symbiose aus Standort- und Onlinegeschäft. Verknüpfe beides miteinander. Das hilft Dir gerade jetzt, wenn Du die Personenanzahl im Laden begrenzen musst. Biete an, online zu ordern und es persönlich abzuholen – toll beispielsweise bei Kleidung, wo man noch nicht weiß, ob sie passt. Oder biete an, im Ladengeschäft und bei Deinen Außendienstlern Dinge auszuprobieren, die man hinterher bequem online bestellen kann. Ich habe auch hier mehrere Kunden in der Industrie, bei denen das wunderbar funktioniert. Die Außendienstler fahren ihre Kunden an, zeigen die Ladefläche im Transporter voll mit dem, was es Neues gibt und man kann es dann mit seinem eigenen Onlinezugang bestellen.

Dienstleistung / Schönheit

Folgendes gilt natürlich für jede Art von Schönheitspflege, aber ich habe hier das Beispiel Haare gewählt. Als Frisör kannst Du keine Haare schneiden, aber Du kannst virtuell in Form von Videos Tipps geben, wie man seine Spitzen mit Haarmasken aus Haushaltsmittelchen pflegt, wenn man sie gerade schon nicht kürzen kann. Du kannst vormachen, wie man einen rausgewachsenen Schnitt geschickt frisiert. Du kannst einen virtuellen Kalender einrichten, in dem man sofort Termine buchen kann, sobald man wieder zu Dir kommen darf. Hier kannst Du je nach CMS wählen aus Plugins, Add-ons oder eigener Software. Du kannst sogar Deine Spülungen, Shampoos, etc. weiterhin über einen Onlineshop verkaufen.

Sport / Gesundheit

Mit einem eigenen Studio oder als freiberuflicher Trainer kannst Du Kurse online anbieten. Dann tut es nicht so weh, wenn Deine Kunden die Mitgliedgebühr in der Zeit trotzdem entrichten, sondern sie tun es gern, weil sie etwas dafür kriegen. Du brauchst lediglich einen YouTube Kanal und einen Mitgliederbereich auf Deiner Homepage. Sogar beim Kaffeehersteller Tchibo kann man gegen Geld Yoga online buchen, dann kannst Du als Profi das doch erst recht!

Gastronomie

Ein Ort, an dem die Digitalisierung schon schwerer umzusetzen ist. Du kannst im schlimmsten Fall nicht öffnen und wahrscheinlich war Dein Team im Lockdown im Frühjahr mit Masse in Kurzarbeit. Auch hier gibt es jedoch die Möglichkeit, Umsätze zu retten. Du könntest eine Mindestanzahl an Gerichten pro Tag kochen, für die Du nur wenige Mitarbeiter brauchst (Abstandsregeln!) und die man online vorab bei Dir bestellen kann sowie per Paypal bezahlen, damit es nicht zu spontanen Stornos kommt. Jeder Kunde bekommt über das Buchungssystem sein Zeitfenster zur Abholung und bezahlt ist es ja schon. Ferner empfehle ich Dir die sozialen Medien, um Deine Stammkunden bei Laune zu halten. Vielleicht postest Du auch mal, wie man den perfekten Pizzateig zuhause hinkriegt?

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, Konsolidierung zu betreiben. Ich kann nur dazu ermuntern, Dich drauf einzulassen und nicht von vornherein zu fluchen, wie übel gerade alles ist. Sei kreativ, suche Lösungen, denke groß. Vor allem, wenn Du es noch nicht getan hast, fang endlich damit an. Das Internet ist ein Ort, an dem fleißige Arbeit belohnt wird. Stell es Dir wie eine große Shopping Mall vor, in der das Schaufenster Deines Onlineauftritts das ist, was die Menschen anlockt. Wenn Du es nicht tust, tun es ja doch viele andere und das werden die Gewinner sein. Diejenigen, die nicht meckern, sondern handeln. Die Digitalisierung macht sowieso weiter, ob mit Dir oder ohne Dich.

Schau Dir gern mal meinen SELBSTLERNKURS an. Damit kannst Du Dir selbst in Deinem Tempo eine Strategie erarbeiten. Bei Fragen schreib mich an oder ruf mich an und dann können wir uns gern jederzeit flexibel online treffen.

Komm gut durch die nächste Zeit!

Digital Verkaufen – Was man im Urlaub lernen kann

Buenos dias Amigos. Ich war letzte Woche im Urlaub. Da mein geliebtes Ibiza spontan mit unter die spanische Reisewarnung fiel, wurde es Teneriffa. Übrigens eine total vielseitige Insel und ich überlege, Euch die Tour und Erlebnisse auf meinem Blog zur Verfügung zu stellen, damit Ihr sie nachmachen könnt. Denn derzeit sind viele verunsichert, wo man guten Gewissens hinreisen kann, wo die Menschen sich auch an die Sicherheitsregeln halten. Inseln sind da tatsächlich eine sehr gute Wahl, weil die Menschen dort meistens vom Tourismus leben und darauf sensibilisiert sind, dass sie sich somit viel weniger erlauben können, sich fehlzuverhalten.

Aber man kann von so einem Urlaub auch eine ganze Menge über Vertrieb lernen und wir können noch dazu diese Strategien direkt auf unseren digitalen Verkauf übertragen.

Sichtbarkeit

Strandverkäufer legen Dir alles in den Weg. Du kannst gar nicht anders als über sie stolpern und deren Auslage betrachten. Strandverkäufer sind DIE Profis schlechthin, was Sichtbarkeit angeht. Sie wählen gezielt die Straßen und Plätze, an denen die Touristen definitiv vorbeikommen. Als nächstes verwickeln sie Dich ins Gespräch und genau das musst Du auch tun. Platziere Dich da, wo Deine Zielkunden Dich definitiv bemerken. Mit Internetwerbung in den sozialen Netzwerken geht das ziemlich gut, weil Du bei den sogenannten Ads die Menschen, die Du erreichen willst, sehr genau definieren kannst. Wenn die Leute erst mal auf Deiner Seite sind, hast Du die besten Voraussetzungen, mit ihnen in den Dialog zu treten.

Verkaufspsychologie

Was die Menschen erstmal haben, wollen sie nicht wieder hergeben. So geschehen nach der Whale Watching Tour. Beim Betreten des Katamarans wurden Bilder gemacht, die dann ein Mitarbeiter in der Zeit, wo wir unterwegs waren, entwickelt und in schöne Deckblätter eingeschlagen hat. Bei Ankunft im Hafen wurden die Erinnerungsstücke an alle Teilnehmer ausgegeben. Nach einem Moment des Befühlens und quasi des bereits Besitzens wurde der Preis genannt und nun hatte man die Möglichkeit, die Bilder entweder wieder abzugeben oder – was Sinn der Sache ist – sie eben nicht wieder hergeben zu wollen und zu bezahlen.

Im Internet hast Du mehrere Möglichkeiten. Für physische Produkte kannst Du einen kostenlosen Testzeitraum anbieten, eine großzügige Geld-zurück-Garantie, jetzt kaufen, später bezahlen oder bei Software und Download-Material ein sogenanntes Freemium-Paket. Dropbox, OneDrive und die Apple Cloud sind gute Beispiele. Man bekommt kostenlosen Speicherplatz, der natürlich eines Tages nicht mehr ausreicht. Aber statt auf den inzwischen gewohnten Komfort zu verzichten, werden die Kunden upgraden und bezahlen.

Preisstrategie

Die Bilder der Whale Watching Tour hatten ein spannendes Preisgefüge. 1 Bild 8 Euro, 2 Bilder 10 Euro. Niemand hat nur 1 Bild genommen. Fotopapier ist heutzutage sehr günstig – und bei 20 Teilnehmern hat der Verkäufer auf einen Schlag 40 Euro mehr verdient, ohne viel dafür zu tun. Gleiches haben wir bei unseren Bildern mit den Papageien erlebt. Kleinste Größe 10 Euro und dann gestaffelt hoch immer nur 2 Euro mehr. Kein Mensch nimmt das kleinste Bild. Und letztes Beispiel Kamelreiten. Kleinstes Paket 20 Minuten ohne alles, gestaffelt bis hin zu 40 Minuten, Foto und Sangria mit Snack in der Oase hinterher. Ähnliches Prinzip der Preissprünge.

Was kannst Du tun? Biete immer mehrere Varianten an. Zum einen hat der Mensch gerne die Wahl und zum anderen will eigentlich niemand das billigste kaufen. Bei 3 Produkten entscheiden sich die meisten für die Mitte. Das sollte dann auch Dein Produkt mit der besten Marge sein, sonst lohnt es sich nicht. Wenn Du ein absoluter Fuchs bist, dann machst Du ein Bundle draus. Gebe eine kostenlose Beigabe dazu oder eine Beigabe, die das Produkt nur um eine kleine Differenz teurer macht – wie bei den Fotos.

Reziprozitätsprinzip

Der Mensch ist so, er bleibt nicht gern was schuldig. Wir haben den Teide bestiegen. Das ist der höchste Berg von Spanien und gleichzeitig ein Vulkan. Bevor es hoch ging, wurde man unten an der Talstation hübsch drapiert, in Szene gesetzt und – ihr ahnt es schon – fotografiert. Als wir wieder runterkamen, wartete das Foto in einem wertigen Umschlag, welches – Achtung Kombi – einem via Stecktafel wieder mitten in den Weg gestellt wurde. Hier greift der Gedanke, dass sich die Menschen ja Mühe gemacht haben und man sich schlecht fühlen würde, wenn man es jetzt nicht für 5 läppische Euro kaufen würde. 5 Euro sind gefühlt nichts und außerdem wer geht schon an seinem eigenen Bild vorbei?

Was kannst Du tun, um Deinen Zielkunden vorab eine Mühe zukommen zu lassen, für die sie sich hinterher gern mit einem Kauf revanchieren wollen? Geh mal in Dich… Und noch ein Tipp zum „mitten im Weg platzieren“… Hast Du schon mal bei einer Onlinedruckerei bestellt? Beim Verlassen des Warenkorbes zeigen sie Dir dort stets noch weitere Produkte, die Du – womöglich auch zu einem Sonderpreis – mitkaufen kannst. Bei Amazon ist das alternativ „Kunden, die abc gekauft haben, interessierten sich auch für xyz.“

Ich hoffe, ich konnte Dir heute einige Anregungen liefern, die Du auf Deiner Webseite, in Deinem Internetshop oder in den sozialen Netzwerken auf Dein Angebot übertragen kannst. Wenn Du einen Sparringspartner für Deine Ideen brauchst, schreib mich gern an.

Wer den Inhalt lieber bei YouTube konsumieren und sich berieseln lassen möchte, ich bette hier das Video ein.

https://youtu.be/b70WzvPe1-o

 

Habe ich meine guten Manieren verloren?

Warum ich Dich plötzlich duze

Keine Sorge, weder fehlt mir der Anstand und wenn Du mich anrufst, werde ich auch nicht wild drauf los duzen. Es geht hier um diese Webseite, meine Blogtexte und um soziale Medien sowieso. Beim Lesen fällt das “Du” deutlich leichter. Schließlich beziehen wir alles Gelesene auf uns, was ja auch so sein soll. Denn sind wir mal ehrlich, wer würde etwas schreiben, wenn er damit keine Impulse hinterlassen wollte? Nur wir würden uns selbst nicht siezen, daher ist es nicht authentisch und ein “Sie” schafft höchstens Distanz, wo keine sein soll.

Dazu kommt, dass das Internet sowieso ein vergleichsweise lockerer Ort ist. Im Netz werden Hierarchien kaum gelebt. Mal ganz abgesehen davon, dass sie auch im wahren Leben immer mehr an Bedeutung verlieren, weil sie – zumindest in Verbindung mit extrem wahrgenommener Autorität – eher schädlich für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe sind. Augenhöhe und Transparenz, das sind die Schlagworte dieser Zeit. Wir müssen offen miteinander umgehen. Denn besonders dieses Jahr hat uns schon gezeigt, wo der Hammer hängt. Und da, wo man es nicht schnell genug schafft, sich anzupassen und umzustellen, da fällt er übrigens.

Ich möchte Dir in der nächsten Zeit ein paar Tipps geben, was Du gerade jetzt tun kannst, um Dein Unternehmen im Vertrieb digitaler aufzustellen. Klicke gern HIER und Du gelangst direkt in meine Facebook Gruppe. Da erreichen Dich meine Tipps unverbindlich und so, dass Du sie in einer ruhigen Minute lesen kannst. Dort kannst Du auch jederzeit Fragen an mich und andere Teilnehmer richten. Ich möchte gern mein Wissen mit Dir teilen. Da ist einiges zusammengekommen in den letzten Jahren an Strategien, die bewiesenermaßen funktionieren. Ich habe nun schon einige Unternehmen ins Netz gebracht und sie alle profitieren davon besonders jetzt.

P.S. was mich sehr gefreut hat und für mich persönlich eben mehr Nähe schafft, auch von Xing erhielt ich vor gar nicht allzu langer Zeit die Meldung, dass die komplette Seite jetzt auf’s Duzen umgestellt ist. Ich denke, wenn ein großes Business Netzwerk mit sämtlichen CEOs, Managern, Professoren und Co. das kann, dann kriegen wir das hier in unserem Kreise auch hin 🙂

Webinare ohne rechtliche Fallstricke

Datenschutz in Webinaren

In Zeiten von Corona bieten wir Trainer vermehrt unsere Seminare online als sogenannte Webinare an. Das ist auch gut so, denn Stillstand und Wissen passen nicht zusammen.

Trotzdem müssen wir hier besondere Vorsicht walten lassen, denn wir nehmen Geld für Webinare und werden damit als Dienstleister in vielen Fällen direkt zur verantwortlichen Stelle. Wir sind hiermit nicht mehr nur für uns selbst verantwortlich, sondern auch für unsere Kunden – die uns vertrauen.

Die DSGVO als unser Leitwerk

Ziel der DSGVO ist es, personenbezogene Daten zu schützen.

Personenbezogene Daten stehen in Artikel 4 der DSGVO und sind alle Daten, anhand derer eine Person identifiziert werden kann.

Name, E-Mail, IP-Adresse. Das sind die Mindestdaten, die wir haben, wenn jemand eines unserer Webinare bucht. Selbst ohne Klarnamen und ohne Angabe einer Mailanschrift, haben wir immer noch Zugriff auf die IP-Adresse der Teilnehmer. Sprich, wir sammeln definitiv personenbezogene Daten.

Und hier kommt die Webinar-Software ins Spiel. Wir verpflichten uns nämlich, dass jegliche Weitergabe und Verarbeitung der personenbezogenen Daten unserer Teilnehmer durch Dritte ebenso den Anforderungen der DSGVO entspricht. Und wir müssen unsere Teilnehmer (im Gesetz „Betroffene“ genannt) darüber informieren, wer ihre Daten noch bekommt und was damit gemacht wird.

Nach Artikel 28 der DSGVO ist eine sogenannte Auftragsdatenverarbeitung nötig, sprich ein gesonderter Vertrag, den wir mit dem Software-Anbieter abschließen. Den Vertrag bieten auch alle an. Soweit, so gut. Aber wir wissen eben nicht bei allen, was sie mit den Daten machen, denn es gibt Länder, da ist das vollumfängliche Preisgeben dessen gar nicht vorgesehen. So wurde Zoom schon dabei erwischt, wie sie Daten an Facebook weitergegeben haben, GoToMeeting hat Google-Server bedient und selbst Jitsi, dass eigentlich als sicher gilt, soll über die IOS App Daten an US-Trackingdienste weitergegeben haben.

Und jetzt werfen wir mal einen Blick auf Amerika, denn Zoom, Microsoft Teams & Co. sind stark im Kommen und da werden gewerblich ziemlich wahllos Webinare von deutschen Trainern darüber angeboten.

US Cloud Act vs. DSGVO

Bereits im Jahr 2014 wurde die Datenwelt einmal kurz still, als die US-amerikanischen Justizbehörden auftrumpften mit dem Satz: „All your data belongs to us.“ Und in 2018 ist kurz vor unserer DSGVO der US Cloud Act in Kraft getreten. Seither dürfen US-Behörden alle Daten von US-Unternehmen mit Standort weltweit die Herausgabe von Daten verlangen. Ein weiteres Problem ist, dass diese Unternehmen die betroffenen Personen darüber nicht informieren müssen.

Nach Artikel 48 der DSGVO ist die Übermittlung personenbezogener Daten immer dann gestattet, wenn er durch beispielsweise ein Rechtshilfeabkommen zwischen dem anfragenden Drittland und der EU gedeckt ist. Der direkte Zugriff US-amerikanischer Behörden stellt allerdings einen Verstoß gegen den Wortlaut der DSGVO dar. Um das mal in Zahlen auszudrücken, wenn ein EU-Unternehmer personenbezogene Daten an die US-Behörden übermittelt, kann er mit bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden. Angenommen, Du generierst 80.000€ im Jahr, kostet Dich solch ein Verstoß also 3.200€. Das ist etwa 3mal so viel wie eine deutsche Premiumsoftware vs. Zoom & Co.

Wie ernst es den USA mit unseren Daten ist, sehen wir am Scheitern des Vorhabens von T-Systems, die zur Telekom gehören. T-Systems hatte angeboten, für Microsoft via der Anwendung Office 365 eine Datentreuhand zu übernehmen. Sämtliche Daten, die wir in Deutschland so gerne geschützt wissen, wären für uns ausschließlich in Deutschland gespeichert worden. Es wurde vereitelt und heute ist auch Microsoft 365 offiziell nicht mehr für einen DSGVO-konformen Einsatz geeignet und deutsche Behörden mussten zurück auf Windows 7 oder 10 wechseln.

Ich will gleich mal ehrlich sein. Ja, Deutschland hinkt hinterher mit spannender Software im Online-Meeting und seminartauglichen Bereich. Die eierlegende Wollmilchsau haben wir noch nicht geschafft und wenn unsere Systeme mal nah dran sind, dann sind sie auch richtig teuer und ich fürchte, Geld ist bei vielen einer der größten Anreize, einfach zu hoffen, dass mit Zoom und Konsorten alles gut geht. Zumal das Monetäre jetzt in der Krise erst recht nicht vom Tisch zu wischen ist. Genauso unethisch kommt es daher, wenn große deutsche Anbieter plötzlich nur noch das Pro-Paket und auch nur noch mit der jährlichen Zahlung anbieten und sich so die derzeitige Zwangslage zunutze machen.  

Apropos Preis. Ich möchte Euch hier auch gern darauf sensibilisieren, dass man ruhig stutzig werden sollte, wenn ein Programm sehr günstig oder umsonst ist. Die Währung sind hier nämlich oft die Daten selbst. Umsonst ist nichts, seid Euch dessen bitte gewiss.

Der Privacy Shield

Nun haben wir mehrere Möglichkeiten. Eine ist, uns drauf verlassen, wenn US-Unternehmen uns die Mär vom Privacy Shield und der Anerkennung unserer Datenschutzrichtlinien erzählen… Ähm Moment mal, das hat ja bei Zoom schon nicht geklappt. Warum ist es überhaupt eine Mär? Weil zum einen das Gesetz, der US Cloud Act, sowieso über dem Privacy Shield steht und weil zum anderen im Falle der Weitergabe der Daten wir es ja bekanntlich nicht mal merken, denn wir müssen nicht informiert werden. Und wenn es doch mal auffliegt, was wollen wir denn tun? Wen wollen wir für was anzeigen und welches Gericht wird es verfolgen? Welche rechtlichen Mittel haben wir denn in den USA? Richtig, wir Trainer sind dann die, die mit dem angekratzten Ruf plus Geldstrafe in Deutschland sitzen und die großen US-Unternehmen machen weiter ihre Milliarden mit genug anderen Nutzern – und deren Daten.

Da wir gerade über den Privacy Shield geredet haben, es auch hier zwingend notwendig, etwas zu beachten. Es existieren unterschiedliche Zertifikate: HR und Non-HR. Nur die HR-Zertifikate sind für das Übermitteln von Beschäftigten-Daten gestattet. GoToMeeting hat beispielsweise nur ein Non-HR-Zertifikat zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Artikels. Ich habe sie jetzt nicht alle durchsucht, weil ich mich ja bereits für meine Auswahl entschieden habe. Ich möchte Euch jedoch raten, auch hier sorgsam zu prüfen.

Webinar Software

Ok, was gibt es alternativ an Software? Mit jeder jetzt folgenden Stufe wird unser Risiko geringer.

Auf Nummer sicher gehen und schauen, dass die Daten, die wir erzeugen in einem Webinar, nur auf europäischen Servern lagern – so umgesetzt z.B. bei Cisco Webex, zusätzlich zum EU-US Privacy Shield (HR und Non-HR), Datenschutzanerkennung, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und bei den deutschen Partnern auch erreichbare deutsche Datenschutzbeauftragte. Cisco glänzt dafür ferner mit einem großartigen Support und guten Preisen, ab 12,85€ pro Monat, wenn man die jährliche Abrechnung wählt. Aber ich betone: es bleibt ein Amerikaner! Bleibt also auch Ihr wachsam da draußen.

Auch toll ist, wenn wir die Möglichkeit haben, unsere Daten komplett selbst zu hosten. Dann können wir die Amerikaner nochmal beruhigter benutzen, denn wir haben die Daten statt unserer Freunde aus Übersee. Das ging beispielsweise auch bei Skype for Business. Schwierig wird es jedoch mit dem Nachfolger Microsoft Teams als Bestandteil von Microsoft 365.  

Am sichersten ist man unterwegs, wenn man seine Webinare über deutsche oder europäische Anbieter laufen lässt, die unsere Daten auf deutschen oder europäischen Servern speichern. Hier ist FastViewer sehr zu empfehlen, wo man sich ab 38€ einen Webinar-Raum mieten kann.

Jede eben genannte Software bietet das sogenannte Screensharing (eigenen Desktop teilen) und die Kommunikation aller Teilnehmer an. Sie alle eignen sich also super für Konferenzen in Gruppen und genauso zu zweit. Man kann dank der Funktionen gemeinsam an Worksheets arbeiten, teilweise sogar Kleingruppen in andere Onlineräume auslagern, eigentlich alles, was wir im Face to Face Seminar auch können.

Automatisierte Webinare

Dann gibt es noch eine andere Sparte von Programmen, die quasi ein Bündel aus Vermarktung und Webinarfunktion mitbringen. Da könnt Ihr Eure Webinare automatisieren. Meistens ist es aber so, dass sich nie alle miteinander unterhalten können und diese Programme sind eher für die (ich nenne es) Massenabfertigung geeignet. Denkt immer dran, je weniger Kommunikation möglich ist, desto weniger individuell könnt Ihr auch auf die Bedürfnisse Eurer Teilnehmer eingehen und desto weniger können die Teilnehmer voneinander mitnehmen. Hier gibt es von der amerikanischen Seite WebinarJam und das deutsche Pendant Webinaris. Erhältlich ab 41,30€ pro Monat, jedoch machen die meisten von uns mehr als 3 Webinare pro Monat und so kann man eigentlich erst ab 69,30€ rechnen.

Ich für meinen Teil weiß jedoch nicht, ob ich jemals ein Seminar so sehr „auf Autopilot“ schalten möchte. Ich möchte auf meine Teilnehmer eingehen können, mich kümmern, und das kann ich nur, wenn diese authentisch reden können (statt nur chatten) und ich vor allem immer persönlich dabei bin. Aber gut, jede Software für ihren Bereich. Es gibt Themen, die kann man eher automatisieren (eine Art Unterricht zum Selbststudium z.B.) und es gibt welche, die sollte man persönlich begleiten.

Messenger

Zuletzt möchte ich Euch noch einen Messenger ans Herz legen, über den ich selbst auch Kurse und Begleitung anbieten kann. Er heißt Stashcat und ist so sicher, dass ihn in Deutschland Behörden, Medizin und die Berufsstände der Rechtswissenschaften verwenden dürfen. Die Bundeswehr und die Polizei sowie viele große Kliniken und Sozietäten sind dort bereits Mitglied. Man legt sein Unternehmen als Organisation an und das, was Ihr von WhatsApp als Gruppen kennt, sind hier Channel. Ihr könnt so jeweils einem Personenkreis (bei mir Seminargruppen) einen eigenen Channel verpassen, den man innerhalb der Organisation dennoch nicht sehen kann. Sprich unter kNOwBODY is perfect können mehrere Gruppen laufen, die von ihrer Existenz gegenseitig nichts wissen. So bleiben die Daten von allen Teilnehmern unsichtbar und ich kann trotzdem einen roten Faden zu ihnen pflegen – toll ist das besonders in sehr digitalen Zeiten, wo man sich nicht persönlich treffen darf, so wie jetzt. Stashcat kommt aus Hannover und lagert ausschließlich auf deutschen Servern. Die ersten 10 Mitglieder einer Organisation sind kostenlos. Danach zahlt Ihr pro Mitglied 3,90€ im Monat. Abgerechnet wird jährlich. Aber es lohnt sich, sage ich aus tiefster Überzeugung! Das Programm läuft auf dem PC und als App. Und ab der übernächsten Version (zeitnah) soll auch die Konferenzfunktion per Videocall dabei sein. Und das wird für mich der Moment, wo die Begleitung von Gruppen noch spannender wird.

Fazit

Abschließend möchte ich sagen: „Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füge auch nicht anderen zu.“

Würdet Ihr wollen, dass Dienstleister, denen Ihr vertraut, mit Euren Daten sorglos umgehen? Dass Eure Daten sonst wo im Universum landen, weil es vielleicht grad billiger war? Mir ist bewusst, dass wir mit Google, Amazon, Apple & Co. sowieso gläserne Menschen sind und ich weiß auch, dass der Datenschutz nicht überall ein geliebtes (und gelebtes) Thema ist. Ich selbst habe es leicht. Mein Mann ist Datenschutzbeauftragter, sogar vom TÜV zertifiziert. Ich kann meine Fragen am Frühstückstisch stellen. Aber das ist auch der Grund, warum ich vielleicht mehr Begebenheiten, Gerichtssprüche und Bußgelder mitbekomme, die viele da draußen niemals erahnen würden. Und hier stimmt es: man hat schon Pferde vor Apotheken k*** sehen. Defacto muss man ja nur mal einem Kunden auf den Schlips getreten sein und er verlangt die Darlegung all seiner Daten und wo die hingegangen sind. Ich denke, es ist besser, wenn man in solch einem Fall ruhig schlafen kann und genau weiß, dass man immer auf der Seite des Kunden gestanden ist. Auch das ist für mich Ethik im Vertrieb!

Last but not least – wenn ein Kunde ein anderes (US-) System verwenden möchte, weil er es bereits etabliert hat, dann bin ich die Letzte, die es ihm ausreden will. Es kann auch immer noch sein, dass er die Software fest installiert hat und selbst hostet. Das ist sogar üblich in großen Unternehmen, denn ab einer gewissen Größe wird dem Datenschutz auch meistens mehr Beachtung geschenkt. Schließlich werden empfindliche Strafen fällig, wenn vermeidbare Lecks entstehen.

Viel Freude bei der Umsetzung und bei Fragen und Anregungen rund um Webinare bin ich gern für meine Branchenkollegen da. Ich selbst gebe seit 2013 Webinare und habe schon so einiges getestet und recherchiert.

Seitenstruktur und Content

Aufbau und Struktur

Mach es dem Leser leicht

Der typische Online-Leser liest selektiv, daher gilt:

  • Nicht zu viel Text am Stück, das schreckt ab.
  • Wo es geht und Sinn macht: weniger Fließtext, mehr Stichpunkte.
  • Lieber die Weiterklickfunktion verwenden. Wer lesen will, wird lesen.
  • Zwischenüberschriften verwenden, sie helfen dem Leser sich zurechtzufinden.
  • Hervorheben von wichtigen Passagen.

Für den ersten Eindruck gibt es keine 2. Chance. Und vor allem keine Zeit. Das Auge des Lesers scannt die Seite innerhalb von 1,5 Sekunden. Dein Besucher kommt auf Deine Seite und dann will er wissen, ob er bei Dir richtig ist. Ferner solltest Du eine einfache Navigation verwenden – die Dinge da platzieren, wo sie vermutet werden (oben links das Logo, in der Zeile darunter nach rechts weg die Navigation, ebenfalls rechts die Suchfunktion) – und auf gebräuchlichen Wortschatz zurückgreifen.

Komplexitätsreduktion ist das Zauberwort. Eröffne nicht zu viele Reiter. Impressum, AGBs und die Datenschutzerklärung kannst Du im Footer platzieren, um die Navigation schlank zu halten.

Apple ist hier immer ein Beispiel an Perfektion. Schau Dir die Website ruhig mal an.

 Sprachregeln

Verwende die Sprache der Zielgruppe und beherzige zusätzlich folgende Dinge.

  • Bilde verständliche Hauptsätze.
  • Benutze möglichst wenig Adjektive.
  • Stell Fragen, besonders am Anfang. Sie regen den Leser zum Denken an.
  • Verzichte auf Superlative, sie machen unglaubwürdig.
  • Vermeide Negationen. Verwende positive Wörter: Statt „so haben Sie kein Risiko“ lieber „so haben Sie besonders viel Sicherheit“. Unser Gehirn erkennt Reizwörter und produziert automatisch Adrenalin. Ferner erkennt unser Gehirn das Wort „nicht“ nicht. Statt „lasst Euch nichts vormachen“ lieber „passt gut auf Euch auf“.
  • Schreibe aktiv.
  • Kurze Sätze, klare Inhalte. Kiss-Prinzip: Keep it short and simple. Der Professor für Psychologie, Luke Conway (University of Montana), hat jeweils 4 Reden von 41 amerikanischen Präsidenten untersucht. Ergebnis: je länger ein Präsident im Amt war, desto niedriger die Komplexität, desto länger waren sie an der Macht. Politiker reden im Wahlkampf schlichter als sonst (Yes, we can).
  • Das Wir verbindet, siehe letzter Satz, „Yes, we can“.
  • Verwende eine Bildsprache (z.B. der Köder muss dem Fisch schmecken…).
  • Klare Botschaften mit Emotion versehen: Heute sage ich, meine Freunde: Trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen habe ich einen Traum! (Martin Luther King 1963 zum Thema Rassentrennung)
  • Wenn es passt, schreibe auch mal, wie Du sprichst. Das macht authentisch.
  • Fremdworte: weglassen, denn sie wirken wirklich befremdlich.
  • Weichmacher und Worthülsen: weglassen.
  • Achte auf Deine Rechtschreibung und Grammatik!!!! Fehler wirken absolut unprofessionell.

Content

Content nennt man alles, was Du auf Deiner Webpräsenz zur Verfügung stellst: Deine Inhalte. Der Content ist auch das, was Google letztlich ausliest und auf Relevanz bei Suchanfragen prüft.

Während reine Online-Werbung immer in Kampagnen gefahren wird, solltest Du Content eher als eine dauerhafte Kommunikationsstrategie begreifen.

Die wichtigste Regel: Das anlocken via Suchmaschinenoptimierung auf Deine Homepage bringt rein gar nichts, wenn der Content an sich schlecht ist.

Wie schreibst Du also gute Internettexte? Professionell, aber authentisch. Und immer, indem Du die Welt mit Kundenaugen betrachtest.

Denke hier wieder ans „Verkaufen“ und überlege dabei stets genau, was Deine Kunden wohl von Deinem Angebot erwarten und was nicht. Überlege Dir, wie Du Deine Produkte oder Dienstleistungen für Deine Zielgruppe spannend machen und mit Gefühl aufladen kannst.

Wir kaufen nicht das Produkt, sondern das, was es für uns tun kann! Wir kaufen auch keine Waschmaschine, weil wir den weißen Kasten im Badezimmer so toll finden, in Wirklichkeit kaufen wir saubere Wäsche. Wir kaufen keine Versicherung, weil wir für ein Stück Papier gerne viel Geld ausgeben, wir kaufen Sicherheit.

Was kannst Du noch über Dein Produkt berichten, womit Du den Kunden überzeugen kannst?

  • Design und Funktionalität
  • Herstellungsprozess, z.B. frei von bestimmten Stoffen oder ohne Tierversuche
  • Material und Zusammensetzung
  • Herstellungsort, z.B. made in Germany (und nicht in Bangladesch)
  • Testsieger, TÜV-Siegel

Bilder

Wenn es um Dich persönlich geht, ist natürlich ganz klar, dass eine „Über mich Seite“ und Fotos von Dir auf die Website müssen. Grundsätzlich sagt aber ein Bild mehr als 1000 Worte. Untermale Dein Geschriebenes also stets mit der Macht der Bilder. Falls Du selbst nicht genug eigenes Material hast, kannst Du auf verschiedene Börsen zurückgreifen.

Kostenlose Bilder bekommst Du hier: 

Die bekannteste kostenpflichtige Börse für Stockfotos ist Shutterstock. Mit sehr hochwertigen Bildern und ab 29,99€ pro Monat erhältlich, punktet auch Adobe Stock.

Denke aber stets daran: die Bilder, die Du dort überall findest, können von jedem benutzt werden. Von Deinem Wettbewerber, ebenso wie von einer Institution, die Dir so gar nicht gefällt. Wenn Du auf Nummer Sicher gehen willst, dann lasse Dir doch Bilder speziell vom Profi illustrieren. Ich schlage Dir im wahrsten Sinne des Wortes Stil auf ganzer Linie vor. Die Illustratorin hat schon sehr viel für mich gemacht und die Bilder erhalten stets viel Lob!

Schau einfach mal, was Dir gefällt und zu Dir und Deinem Business passt.

Aufgaben

Beginne, Deinen ersten Content zu produzieren.

Überlege bei allem, was Du schreibst: Wie ziehst Du Deinen Wunschkunden an?

  • Mit Deiner Positionierung, siehe Corporate Identity.
  • Wunschkunden analysieren: Werteverständnis, Charaktereigenschaften und Lebenssituation.
  • Was beschäftigt ihn tagtäglich?
  • Was lässt ihn nachts nicht schlafen?
  • Wo könnte er dringend Deine Hilfe gebrauchen?

Dein Job ist nun also, ein stimmiges Gesamtbild zu erzeugen:

  • Erkenntnisse der CI in Farbe und Form umsetzen (lassen)
  • Typographie muss zueinander passen
  • Gut lesbare Schriften verwenden
  • Emotionale Produktbilder & Texte
  • Dein eigenes Foto! → erhöht die Menschlichkeit. Überlege, es im „über mich“ Reiter mit unterzubringen.
WordPress einrichten

Werde sichtbar mit WordPress

Das eigene Startup ist in greifbarer Nähe. Was jetzt noch fehlt, ist eine eigene Webseite. Die muss einerseits ins Gründerbudget passen, aber auch jederzeit autark zu bedienen sein. Webseiten sind aber üblicherweise teuer und müssen erst kompliziert programmiert werden.

Die Lösung heißt WordPress (WP). WP ist ein sogenanntes Content Management System (CMS) und wird als Open Source Projekt stetig weltweit weiterentwickelt. Das bedeutet, überall sitzen Entwickler, die Updates erstellen, es verbessern und absichern gegen Viren & Co., neue und moderne Funktionen implementieren, etc…

Eine eigene Internetpräsenz lässt sich mit WordPress ganz einfach in ein paar Schritten selbst realisieren. Und zwar völlig problemlos, ohne Informatikstudium und auch ohne schon ein ausgewiesener Internetprofi zu sein.

Das soll funktionieren? Ja, keine Sorge. Am Ende des Kurses steht Deine eigene Internetpräsenz mit WordPress und Du kannst jederzeit all Deine Inhalte selbst verändern sowie neue hinzufügen. Nebenbei bekommst Du natürlich auch hier professionelles Verkaufs-Fachwissen, welches Dir weiterhilft, Dich auf Deiner neuen Webseite gut zu vermarkten.

Vorbereitungen 1und1 IONOS

Vorbereitung

Was Du auf jeden Fall als erstes tun musst, ist WordPress herunterladen. Und dazu auch gleich einen FTP Client. Benutze dazu diese beiden Links:

WordPress

FileZilla

Wichtig ist, dass Du über WordPress.org gehst und nicht über WordPress.com, denn bei der Com-Variante bekommst Du nur einen WordPress-internen Blog. Über.org bekommst Du die Software und bist außerdem sehr viel freier im Gestalten.

Der FTP-Client ist zum Übertragen Deiner Dateien da. Er besteht aus einer linken Seite, von wo aus Du Deine Anwendungen von Deiner Festplatte in die rechte Seite (in Dein WordPress) überträgst.

Ferner benötigst Du das “Baugrundstück”, sprich den Platz im Internet, wo Deine Webseite liegen soll – einen sogenannten Hoster. Ich empfehle Dir hier 1&1 IONOS (klick auf das Wort und Du gelangst zu der Seite). Schau Dir in Ruhe alle Optionen an. Ich persönlich habe das kleinste Paket für meine Seite – quasi die jetzige Variante “Essential” und habe mir weitere Domais dazugebucht, die ich auf meine Seite weitergeleitet habe.

Am besten erledigst Du diese 3 ersten Schritte (WordPress, Filezilla und Hoster) einen Tag, bevor es letztlich losgehen soll, denn der Hoster braucht manchmal bis zu 24 Stunden, bis alles freigeschalten ist. So kannst Du frisch in Dein Werk starten.

Hier findest Du die Anleitung, wie Du WordPress via FileZilla installierst: Anleitung

Orientiere Dich auch an den folgenden Bildern:

Jetzt öffne Deinen Filezilla (er sieht folgendermaßen aus) und trage die Werte im Servermanager ein. Im linken Feld findest Du immer den Inhalt Deines eigenen PCs und rechts ist der Server, auf den Du nun Dein WordPress hochladen möchtest. Dies tust Du durch einfaches Rüberziehen (drag and drop). Packe die Datei mit der Maus und ziehe sie nach rechts.

Fertig! Jetzt kannst Du Dein WordPress einrichten. Anmelden kannst Du Dich immer mit Deiner URL und dahinter /wp-admin.

Von der Idee bis zum fertigen Business

Reichtum, Individualität und Ausdauer – die Symbolik für den Kaktus passt ganz gut zu der von Selbständigen.

Kakteen sind total cool und angesagt. Sie zeichnen sich durch eine schier unbegrenzte Artenvielfalt aus und sie sind wahre Überlebenskünstler. Die Dornen schützen sie nicht nur vor Feinden, sondern auch vor dem Verdursten. Durststrecken kennt jeder Selbständige und Feinde ebenso. Die „Feinde“ sind nämlich unsere Konkurrenz. Auch unser Ziel ist die Blüte, die alles überstrahlt.

Sie brauchen nichts weiter als ein gemütliches Plätzchen und einen Computer mit einer stabilen Internetverbindung.

Ich begleite meine Teilnehmer in der Online Akademie 12 Wochen lang von der Pieke auf.

Inhalte


Deine Marke

  • Innere Antreiber, Werte, Ziele und eigene Ressourcen
  • Businessplan und mögliche Förderungen
  • Marke, Identität und Corporate Identity
  • Grundlagen Verkaufen & Verkaufspsychologie
  • Marktbearbeitung, Werbung, Zielgruppe und Strategie

Ab ins Netz

  • Wahl der richtigen Website-Basis und Aufbau einer Website
  • Was ist SEO (Search Engine Optimization) und wie funktioniert Google?
  • Search Engine Advertising (SEA)
  • Social Media Marketing
  • E-Mail & Newsletter Marketing
  • Bloggen & Content Marketing

Besser werden

  • Erfolgskontrolle & Optimierung

Plus

  • geschlossene Facebook Gruppe zum Austausch
  • Online Coachings zu den 3 großen Themenblöcken
  • Businessplan-Vorlage
  • Kalkulationsvorlage Umsatz und Ertrag
  • Datenschutzschulung mit Zertifikat bei einem TÜV-zertifizierten Datenschutzbeauftragten
  • ca. 60 Links zu hilfreichen kostenlosen und kostengünstigen Tools aus den Bereichen Suchmaschinenoptimierung, Seitenleistung, Social Media, Newsletterprogrammen, Bilderquellen, Texten, etc.

Preis 850,- €

zzgl. landesübliche MWSt.